Willkommen im Abenteuer!

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Spot on ... Richard Wilhelm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julius T   
Mittwoch, den 18. Januar 2012 um 19:59 Uhr

"Wir sind auch nur ein Servicebetrieb!"

Im 13er-Interview spricht der Gruppenleiter der 13er mit vielen Worten über seinen Zugang zu den Pfadfindern, seinen Vorstellung als Landesleiter, die Problematik des Landesjugendrats und erklärt warum ein Hügel kein Berg ist.

Warum bist du Pfadfinder?

Was war deine Motivation Leiter zu werden?

Du bist Landesleiter, Gruppenleiter, organisierst das Draisinenrennen und spielst bei den Peacebirds,... Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Woher nimmst du die und was vernächlässigst du stattdessen?

Hast du das Gefühl, dass etwas in deinem Leben aufgrund der Pfadfinder zu kurz kommt?

Welches war von all diesen Erlebnissen das tollste und aufregendste?

Und eines das dir über die Jahre besonders schön in Erinnerung geblieben ist?

Gibt es irgendein größeres Ziel, das du in den kommenden Pfadfinderjahren hast? Ein Ereignis, das du noch als Pfadfinder erleben möchtest?

Für dich stehen also die längerfristigen Erfolge im Vordergrund?

Was ist deine Prämisse, dein Motto als Landesleiter?

Wenn einmal die Kommunikationskanäle gereinigt sind, dann muss man die Pfadfinder soweit erneuern, dass sie zeitgemäß weiterleben können?

Welche der Elemente gehören zum Ballast der Pfadfindertradition, welche werden die gesamte Zeit überstehen?

Die Pfadfindermethode ist zwar ein Thema zum Überdenken, aber es müssen keine bearbeitet werden?

Gibt es einen der Schwerpunkte, mit dem du einmal Probleme hattest?

Wo stößt du an deine Grenzen?

„Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“: Was wäre ein für dich Grund bei den Pfadfindern auszutreten?

Was wäre für dich ein Grund bei den Pfadfindern auszutreten?

Das Pfadfinderversprechen: Ein Initiationsschwur oder doch eher eine Willensbekundung?

Bei den Pfadfindern sind oft ganze Familien Mitglieder. Gibt es einen familiären Zwang oder ist die Idee an sich so überzeugend, dass alle dabei sein wollen?

Zurück zu deiner Aufgabe als Landesleiter: Was wird sich für die Gruppen bis zum Ende deiner Amtszeit ändern?

Du hast Johanna Tradinik und Hubert Kalaus als Landesjugendräte bestellt. Welche Erwartungen setzt du in den Landesjugendrat?

Was muss dafür noch getan werden?

Wie versuchst du das Bewusstsein der Jugend für die Teilnahmemöglichkeit zu stärken?

Wie wird es weitergehen?

Welche Ausrüstung sollte ein Pfadfinder in der Freizeit, als Pfadfinder und am Lager immer dabei haben?

Eine Frage, die einigen meiner Pfadfinderkollegen sehr wichtig war: Ab wie vielen Metern definierst du einen Hügel als Berg?

 


 

Warum bist du Pfadfinder?

Als wir noch Volksschulkinder waren, ist meine Mutter mit anderen Müttern im Wienern Prater zusammengesessen. Sie haben beschlossen, ihre Kinder zu den Pfadfindern zu geben und ich bin hängen geblieben.

Was war deine Motivation Leiter zu werden?

Das hat sich so ergeben. Nachdem die Rover nur bis zwanzig Jahre gehen, muss man sich eine andere Aufgabe suchen, wenn man dabei bleiben will. Ich konnte diese Zeit gar nicht auskosten, nachdem ich schon früher gefragt wurde, ob ich nicht leiten möchte. Wahrscheinlich war grad Not am Mann, so bin ich damals mit Christian in die Späherführung eingestiegen.

Du bist Landesleiter, Gruppenleiter, organisierst das Draisinenrennen und spielst bei den Peacebirds,... Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Woher nimmst du die und was vernächlässigst du stattdessen?

Vernachlässigen werde ich klarerweise alles andere. Die Frage ist, ob es einem selbst oder anderen auffällt. Man könnte sich ja an vielen Ecken und Enden engagieren. Das ist halt das, was ich größtenteils gerne mache. Natürlich sind immer Dinge dabei, die man nicht so gerne macht, aber wenn man sie schon eine lange Zeit gern gemacht hat und dazwischen schöne Zeiten dabei erlebt, dann ist man automatisch motiviert und muss sich nicht selbst motivieren.

Hast du das Gefühl, dass etwas in deinem Leben aufgrund der Pfadfinder zu kurz kommt?

Nein, zurzeit gar nicht. Natürlich ist das Leben ein ständiges Auf und Ab und bei einem Ab macht man sich Gedanken, ob man etwas verabsäumt hat. Wenn ich im Gesamten zurückblicke, bin ich aber sehr froh, dass es so gelaufen ist und ich würde es wieder so machen.

Welches war von all diesen Erlebnissen das tollste und aufregendste?

Da gibt es viele. Das kommt auf das Alter an. In der Kinder- und Jugendzeit gibt es zwischendurch viele Erfolgserlebnisse. Das ist ja das schöne bei den Pfadfindern, dass man viele Erfolgserlebnisse haben kann. Natürlich auch Tiefschläge, die man aber dann durch einen anderen Efolg wieder wettmacht. Überall kann man nicht gut sein. Da liegt dann viel am Gruppengefüge und an den Leitern und Leiterinnen, wie sie erkennen und fördern, welche Vorteile eine Person hat. Diese aufbauenden Momente sind das Schöne gewesen. Bei den Erwachsenen ist jedes Projekt eine neue Herausforderung, da ist immer das letzte das schönste.

Und eines das dir über die Jahre besonders schön in Erinnerung geblieben ist?

(Überlegt) Es sind einerseits inszinierte Sachen und doch auch Dinge die als Kind und Jugendlicher gefallen. Zum Beispiel, wenn man ein Landes-PWK gewinnt mit der Patrulle, das ist dann nochmal in gewisser Höhepunkt. Das heißt, es ist durchaus positiv, wenn man sich auch mit andern misst, nicht nur mit denen der eigenen Gruppe. Sondern landesweit mit anderen Patrullen und dann einen Vergleich hat und wenn man da gewonnen hat, dann glaubt man halt damals, man ist unschlagbar und man ist der beste. Wahrscheinlich war es viel Glück – ganz klar – und viele andere sind auch gut oder besser, aber das sind solche Momente. Und sonstige Großprojekte sicherlich: Das Draisinenrennen beziehungsweise das Lagertor am Vienna 2.000.

Gibt es irgendein größeres Ziel, das du in den kommenden Pfadfinderjahren hast? Ein Ereignis, das du noch als Pfadfinder erleben möchtest?

Als Landesleiter gibt es noch viele Ziele. Was nicht heißt, dass es als Gruppenleiter keine Ziele gibt. Da ist es wichtig eine Gruppe zu haben die krisenfest ist, die ein gutes Team hat, das gut miteinander kann und die auch genügend Kinder und Jugendliche haben. Da sind die Ziele durchaus von Jahr zu Jahr fast gleich, dass aus den Jüngsten, die noch so große Probleme hie und da zeigen, dass aus denen am Ende der Pfadfinderkarriere doch auch wirklich tolle Erwachsenen werden. Und wenn man sich diese Entwicklung anschauen kann, ist man sehr zufrieden und beruhigt, dass es wieder funktioniert hat. Als Landesleiter geht es ähnlich, da geht es darum ein gut funktionierendes Team aufzubauen, ein harmonisches Team aufzubauen und am Ende zu haben, wo am Ende auch gearbeitet wird, die auf die Bedürfnisse der Gruppen eingehen.

Für dich stehen also die längerfristigen Erfolge im Vordergrund?

Jetzt schon. Weil du mich eben heute fragst... Es kann sein, dass es morgen schon wieder anders ausschaut. Nicht weil ich diese Ziele wieder verwerfe, sondern weil vielleicht ein anderes Projekt ansteht und das kurzfristig wichtiger wird.

Was ist deine Prämisse, dein Motto als Landesleiter?

Mein Ziel ist es, ein Sprachrohr für die Gruppen zu sein, weil die Gruppen ja die Basis bilden und die eigentliche Pfadfinderei darstellen. Dass wir in Wirklichkeit auch nur das Sprachrohr beziehungsweise ein Servicebetrieb sind, oder einen Rahmen bieten können. Das ist schwer, weil die Kommunikation sehr schwer ist, zwischen den einzelnen Gruppen und Gruppenführern. Nachdem es ja 60 Gruppen gibt und meistens zwei Gruppenführer und Gruppenführerinnen. Das werden dann schon 120 bis 150 Gruppenführer und Gruppenführerinnen und mit denen zu kommunizieren ist nicht so leicht. Über die Schiene der Kolonnenführung geht das, aber es ist trotzdem ein langer Weg, bis eine Antwort kommt oder eine Frage gestellt werden kann. Deswegen ist es noch ein bisschen zäh. Ein weiteres Motto ist es, am Puls der Zeit zu bleiben. Was man auch immer wieder hört ist, dass wir eine Bewegung sind und nicht nur ein Verein, der sich nicht bewegt. Natürlich sollen die Ziele und das Wesen und die Grundsätze des Gründers erhalten bleiben. Trotzdem müssen wir uns laufend hinterfragen, wie können wir jetzt was anderes tun, als das was wir schon die letzten fünfzig Jahre gemacht haben. Wie kann man die Kinder und Jugendlichen für Dinge begeistern oder wie bringt man ihnen gewisse Dinge bei.  Es ist nichts anderes als gewisser weise Erziehung und Erziehung muss sich eben anpassen an die Zeit. Das ist ein großes Motto.

Wenn einmal die Kommunikationskanäle gereinigt sind, dann muss man die Pfadfinder soweit erneuern, dass sie zeitgemäß weiterleben können?

Ich will jetzt nicht sagen „gereinigt sind“, weil es gibt sie und es ist ja auch gut so wie es funktioniert, aber es bedarf vielleicht zusätzlicher Dinge um es noch schneller zu machen. Oder direkter zu machen. Es bedarf wahrscheinlich auch einiger Ideen, die noch nicht konkret da sind. Da wird noch viel Wasser die Donau runter rinnen, bis es so funktionieren kann.

Welche der Elemente gehören zum Ballast der Pfadfindertradition, welche werden die gesamte Zeit überstehen?

Von den Zielen und vom Wesen der Pfadfinderei, von den Pfadfindern und Pfadfinderinnen Österreichs muss nicht wirklich was über Bord geworfen werden. Man muss sich ja nicht trennen von gewissen Dingen, man müsste sich nur trennen von gewissen Arten der Durchführung, von gewissen Methoden, von gewissen eingefahrenen Vorgängen, die eben im Laufe der Zeit angepasst werden müssen. Da hinkt man vielleicht manchmal hintennach. Ich will jetzt nichts Konkretes rausgreifen, was man jetzt streichen müsste. Das wäre meines Erachtens auch falsch. Es ist alles eine Frage, wie man es aufbereitet und wie man etwas den Kindern und Jugendlichen beibringt und selbst durchführt.

Die Pfadfindermethode ist zwar ein Thema zum Überdenken, aber es müssen keine bearbeitet werden?

Man merkt, was man macht, welche Methoden man durchführt. Es ist immer eine Frage der handelnden Personen, wie man etwas durchführt. Hinterfragen würde ich eine Methode nicht, man merkt ja recht schnell, wie so was ankommt oder nicht ankommt. Oder ob es in das heutige Leben passt oder nicht passt. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht - auch durch die Stadt geht, in unserem Fall - dann wird man das schnell erkennen. Und mit Gewalt gegen etwas zu steuern ist auch der falsche Weg. Dass wir uns gewissen Dingen fügen müssen, weil wir sonst alleine dastehen werden, ist denke ich klar, weil wir Kinder und Jugendliche auch nur eineinhalb Stunden oder zwei Stunden in der Woche sehen beziehungsweise dann schon an den Wochenenden. Oder eben Sommerlagern. Das ist die längste Zeit, die wir mit den Kindern zusammen sind. Allerdings verbringen sie doch noch mehr Zeit in der Schule und mit den Eltern. Die Methoden müssen halt mit Bedacht ausgewählt werden. Der Aufbau der Pfadfinderei, wie er immer wieder dargestellt wird in den acht Schwerpunkten sollte in etwa ausgewogen sein. Bei jeder Handlung daran zu denken, was passt jetzt und was passt nicht und welchen Punkt hab‘ ich vergessen, ist auch der falsche Weg, weil man sonst nicht mehr weiß was man tun soll, weil man dann in der Planung zu lange braucht. Einfach drauf los und auf die Kinder schauen, wie Bi-Pi schon gesagt hat: „Look at the boys!“ Das würde ich erweitern mit: „Look at the boys and look at the girls!“ Den Gefühlen auch Lauf zu lassen, aber nicht freien Lauf zu lassen.

Gibt es einen der Schwerpunkte, mit dem du einmal Probleme hattest?

Nach dem ich mir bei vielen Dingen und Tätigkeiten keine Gedanken gemacht habe, unter welchen Schwerpunkt das jetzt fällt und das erst im Nachhinein analysieren könnte, gibt es nicht wirklich einen Schwerpunkt. Ich denke schon, dass man vielleicht Vorlieben hat und den einen oder anderen Schwerpunkt gerne haben möchte.  Wenn ich jetzt unsportlich wäre, würde ich mir mit dem Punkt der körperlichen Leistungsfähigkeit ein bisschen schwer tun. Selbst wenn ich auf ein Seil nicht raufklettern könnte, dann werde ich mich bemühen zumindest einen oder zwei Meter heraufkommen. Dann ist das Ziel ja auch schon erreicht.  Und so geht das mit allen anderen Schwerpunkten. Beim schöpferischen Tun ist es ja auch schwer zu definieren, ab wann ist etwas gut, ab wann ist etwas schlecht. Ich kann nur schauen ob ich mich bemühe ob sich wer anderer bemüht dabei. Was dabei herauskommt ist ja sowieso relativ. Ich glaube es ist wichtig, über den eigenen Schatten zu springen und zu versuchen ein bisschen voran zu kommen in einem Punkt. Dass einer perfekt wird, ist nicht Ziel des Ganzen. Deswegen gibt es keinen Schwerpunkt, mit dem ich Probleme hätte.

Wo stößt du an deine Grenzen?

An meine Grenzen … (überlegt) Laufend irgendwo. Je nach dem, was ich gerade mache. Oder wo ich gefordert werde. Immer und überall, das ist wie gesagt relativ. Und an Grenzen stößt man bald wo. Man kann beginnen beim Sportlichen, bei Ausdauer, beim Geist, beim Wissen. Immer und überall kann man an die Grenzen stoßen. Je nachdem, wie intensiv man etwas betreibt und mit welchen Leuten man sich abgibt. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, es gibt keinen perfekten Leute und auch bei einem Thema keine perfekten Leute. Jeder hat einen anderen Zugang zu einem Thema. Das heißt, für zwei Spezialisten eines selben Gebietes gibt es gegenseitig auch Grenzen. Die Frage ist, ist man unzufrieden, wenn man eine Grenze erreicht hat oder ob man versucht hat die Grenzen zu erweitern.

„Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“: Was wäre ein für dich Grund bei den Pfadfindern auszutreten?

Der Spruch „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“ hängt nicht unbedingt damit zusammen, ob man Mitglied einer Pfadfindervereinigung ist.  Da geht es mehr um die Einstellung einer Person. Wenn man sich entschieden hat, so zu leben, dann hat man diese innere Einstellung und dann bleibt man auch ein Leben lang so. Da wird sich ja nichts mehr ändern, auch wenn man austreten würde.
Aus einem Verein auszutreten kann höchsten ein Justament-Standpunkt sein, wenn man mit gewissen Personen nicht zufrieden ist, oder wenn falsche Leute zu einem falschen Zeitpunkt das Falsche niederschreiben, dann kann man sich wahrscheinlich überlegen, aber das hat meines Erachtens mit der Pfadfinderei selbst nichts zu tun. Da geht‘s mehr um die innere Einstellung.

Was wäre für dich ein Grund bei den Pfadfindern auszutreten?

(Überlegt) Im Moment wüsste ich keinen. Wenn die Pfadfinderorganisation vereinnahmt würde von einer politischen Partei oder ähnlichem. Zumal das theoretisch gar nicht geht. Aber falls es so wäre… Man hat ja gesehen, dass so was Ähnliches passiert ist, zwar nicht mit den Pfadfindern, aber mit Jugendlichen. Dann, wenn es nicht mehr zusammenpasst mit den Werten, die man jetzt bei den Pfadfindern kennt.

Das Pfadfinderversprechen: Ein Initiationsschwur oder doch eher eine Willensbekundung?

Ich glaube mehr ein Ritual um auszusprechen, jetzt bei dieser Organisation sein zu wollen oder sich dazu zu bekennen. Man kann über jeden Satz und jedes Wort viel diskutieren, das da gesprochen wird beim Versprechen. Mann kann auch diskutieren, ob es in die heutige Zeit passt und man könnte es anpassen die nächsten hundert Jahre. Aber ich glaube, dass es mehr ein Ritual ist.

Bei den Pfadfindern sind oft ganze Familien Mitglieder. Gibt es einen familiären Zwang oder ist die Idee an sich so überzeugend, dass alle dabei sein wollen?

Es geht viel von den Eltern aus, ob Kindern zu den Pfadfinder gehen. Und wenn schon einmal die Eltern überzeugt sind, dann werden sie diese Begeisterung, die Idee weitertragen und den Kindern vermitteln und dadurch begünstigen, dass die Kindern zu den Pfadfindern wollen, oder die nächste Generation oder die zweiten Kinder, dritten Kinder. Es ist oft auch so, dass wenn Eltern nie dabei waren die Kindern hingehen und es Geschwister gibt, wo die Schwester nicht hingeht und der Bua schon. Oder umgekehrt. Ich glaube, es ist gleichmäßig aufgeteilt. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es familienfreundlich ist. Natürlich umfasst es alle von sieben bis siebzig oder älter. Aber an dem liegt‘s nicht alleine.

Zurück zu deiner Aufgabe als Landesleiter: Was wird sich für die Gruppen bis zum Ende deiner Amtszeit ändern?

Was sich jetzt ändern wird, oder was sich ändern sollte, hängt natürlich davon ab, was die Gruppen selbst wollen, beziehungsweise brauchen oder fordern. Sonst sollte der Umgang miteinander sich verändert haben, auch die Einstellung dazu, wobei das natürlich schwer ist zu vermitteln. Vielleicht auch die Vereinfachung von gewissen Wegen und Dingen, die man gerne vom LV [Landesverband, Anm.] hätte.

Du hast Johanna Tradinik und Hubert Kalaus als Landesjugendräte bestellt. Welche Erwartungen setzt du in den Landesjugendrat?

Ich erwarte mir, dass sie hören und zusammenfassen, was die jungen Leute an Ideen haben. Und ich erwarte mir Impulse für Anpassungen, Änderungen, Dinge an die man bis jetzt nicht gedacht hat, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Was muss dafür noch getan werden?

Ich glaube dass die Organisation in sich, also Landesjugendorganisation, noch verstärkt arbeiten muss, dass es auch in die einzelnen Gruppen getragen wird und dass die betroffenen Jugendlichen wissen, dass sie da ein Mitspracherecht haben, dass es da Arbeitskreise gibt, dass es da Treffen gibt, dass ich mich da einbringen kann. Und wenn das einmal ganz stark da ist und sich auch alle Jugendlichen bewusst sind, dass sie diese Möglichkeit haben und sich dort einbringen können, dann kann man weiter nachdenken, wie weit es wirklich geht.
Ich hätte nichts davon, wenn jetzt fünf Personen von was-weiß-ich-wie-vielen Jugendlichen sich etwas ausdenken, was aber nicht die allgemeine Meinung ist. Mir wäre es sehr, sehr lieb, wenn wirklich die Basis sehr stark ist und die betroffenen Jugendlichen sich stark beteiligen. Das ist natürlich schwere Arbeit, das aufzuziehen, aber es ist denke ich fast noch das Dringendste.

Wie versuchst du das Bewusstsein der Jugend für die Teilnahmemöglichkeit zu stärken?

Das ist natürlich auch schwer. Einmal weil die Kommunikation, wie wir vorher schon gesprochen haben, über die Gruppen sehr lange dauert. Man kann es publizieren in Zeitungen, wie es der Landesjugendrat ja selbst auch tut, man kann sie unterstützen und man kann es immer wieder an Gruppenführer schicken. Nur da geht es auch wieder über sehr viele Ecken, sodass sehr viel verloren gehen kann. Der nächste Zugriff ist bei Seminaren, wo man viele junge Leiter, Leiterinnen rankriegt. Wobei nicht die, die es auch betrifft. Nur ich kann nicht von Gruppe zu Gruppe gehen und ihnen das sagen... Ginge vielleicht auch, mit Hilfe von anderen und dem Landesjugendrat zusammen. Das heißt aber noch lange nicht, dass deswegen von fünfzehn oder zwanzig Jugendlichen auch wirklich zwei, drei kommen und sich beteiligen.

Wie wird es weitergehen?

Dass man es nur fördern kann und immer wieder erwähnen kann und der Landesjugendrat stark dahinter ist. Ich glaube, dass sie selber motiviert genug sind, um nicht noch Impulse zu brauchen. Ich denke noch an die Landesführertagung, wo wirklich junge Führer und Führerinnen hinkommen, die zwar schon wieder den älteren Teil darstellen von denen, die beim Landesjugendrat dabei sein sollten, dass man es da auch noch erwähnen sollte und es wird auch. Und es muss halt weiterhin erwähnt werden oder Artikel in Vereinszeitschriften, wobei die [Jugendlichen zwischen 16 und 24, Anm.] auch nicht direkt erreicht werden. Vielleicht ist auch eine Möglichkeit, eine eigene Jugendzeitschrift herauszubringen, wo genau diese Personen erreicht werden.

Welche Ausrüstung sollte ein Pfadfinder in der Freizeit, als Pfadfinder und am Lager immer dabei haben?

Was wichtig ist, ist durchaus ein Taschenmesser, eine kleine Taschenlampe, muss keine große sein, und eine Schnur ist oft hilfreich. Wobei die im Stadtbetrieb nicht so wichtig wäre, weil man ja relativ schnell wo ist, wo man ‘ne Schnur hätte. Das sind die drei Dinge.

Eine Frage, die einigen meiner Pfadfinderkollegen sehr wichtig war: Ab wie vielen Metern definierst du einen Hügel als Berg?

Ein Hügel ist kein Berg, sag ich mal. Also kann ich einen Hügel nicht definieren, dass er irgendwann ein Berg ist. Ein Berg ist oberhalb der Waldgrenze, mit auch felsigem Gelände. Vieleicht kann man es auch mit ein bisschen rauerem Wetter noch definieren. Das sind halt Dinge, auf die man achtgeben muss und gegen die man sich wappnen muss, wenn man einen Berg besteigt.

 
 
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