Willkommen im Abenteuer!

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Spot on ... Nina Medlitsch PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julius T   
Dienstag, den 10. April 2012 um 14:44 Uhr

Nina Medlitsch"Erfahrung als Pfadfinder-leiterin prägt mich als Psychologin.“

Die neue Gruppenleiterin Nina Medlitsch erklärt die Pfadfindermethode aus psychologischer Sicht, spricht über ihre Ziele und verrät, wie man WiWö glücklich macht.

Du bist seit 15. Februar die neue Gruppenleiterin. Was hat dich zu diesem Schritt bewogen?

Die Idee Gruppenleiterin zu sein, die ist mir schon vor einigen Jahren gekommen. Ein großer Teil der Motivation ist, dass ich in dieser Gruppe groß geworden bin und ich sie irgendwo auch als meine Familie betrachte. Dieser Familie möchte ich, wenn’s notwendig ist, als Oberhaupt zur Verfügung stehen. Was sicher auch eine Rolle spielt ist, dass mein Papa [Robert Medlitsch, Anm.] lange Zeit Gruppenführer war und das schon auch ein Vorbild ist.

Welche Ziele hast du dir bis zur nächsten Wahl gesetzt?

Das ist die Preisfrage. (Lacht.) Ein großes Ziel, das eigentlich alle Gruppenführer bis jetzt gehabt haben ist, dass die Gruppe möglichst eine stabile Mitgliederzahl hat oder sogar wächst. Ein Ziel ist auch, innerhalb der Gruppe das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und einen Fokus auf Stufen übergreifende Aktionen zu legen. Ich möchte auch die Eltern vermehrt in unsere Aktivitäten einbinden und unsere Präsenz in der Pfarre verstärken.

Hast du eine kreative Lösung für die Mitgliederzahlen?

Ich sehe nach vielen Versuchen, die Werbung bei öffentlichen Veranstaltungen und auch in modernen Medien zu betreiben, dass die Mundpropaganda immer noch eines der stärksten und wirksamsten Werbemittel ist. Insofern möchte ich versuchen, durch gemeinsame Aktiviäten, durch Dinge die Kindern erzählen, die Eltern erzählen, die Gruppe in den Fokus anderer Menschen zu bringen.

Hast du Änderungen in den nächsten Jahren geplant?

Momentan ist mir nichts bewusst. Ich glaube die Gruppe war auf einem guten Weg in den letzten Jahren. Worauf ich ein Augenmerk legen möchte, sind die Ressourcen, vor allem die der Mitarbeiter.

Welche Erfahrungen nimmst aus deiner Tätigkeit als WiWö-Leiterin in die Gruppenleitung mit?

Meine Erfahrungen als WiWö-Leiterin setzen sich aus meiner persönlichen Erfahrung als Kind und Jugendliche in der Gruppe 13, aus meiner Erfahrung mit der Familie und aus meiner beruflichen Ausbildung als Pädagogin und Psychologin zusammen. Ich kann jetzt nicht trennen, was aus diesen Bereichen ist und was aus Erfahrungen als Leiterin einer Stufe. Was ich schon nennen kann ist, dass man ein gutes Gesprächsklima schaffen muss, ein Klima das offen ist für Anregungen, für Kritik, für Rückmeldungen im Allgemeinen. Manchmal ist es auch ganz einfach wichtig, endgültige Entscheidungen zu treffen.

Was bereitet dir daran Freude, wöchentlich mit Kindern einen Heimabend zu verbringen?

Am meisten Freude bereitet mir, wenn ich ins Heim komme und die Kinder freudestrahlend auf mich zukommen, noch bevor sie die Jacke ausgezogen haben und mir erzählen wollen was sie alles erlebt haben, was ihnen am Herzen liegt. Wenn ich sie trösten kann, wenn ich beobachten kann, wie sich die Kinder weiterentwickeln und reif werden für die nächste Altersstufe.

Wie kann man WiWö garantiert glücklich machen?

Mit Sammelpickerln vom Spar oder Billa. (Lacht.) Wobei, auch nicht alle... Viele WiWö kann man mit Merkball glücklich machen. Damit, dass man ihnen zuhört.  Und mit Süßigkeiten. Das ist allerdings die weniger pädagogische Variante, aber manchmal sehr wirksam.

Warum eignet sich das Dschungelbuch besonders als Rahmengeschichte für Kinder in diesem Alter?

Das habe ich mir noch nie genau überlegt, weil es sich selten nicht gut eignet. Ich glaube dass das Dschungebuch viele Aspekte vereint, die für die Pfadfinder wichtig sind: Ein großer Anteil ist die Natur und das Leben in der freien Natur. Aber auch das Leben in der Gemeinschaft, was durch das Wolfsrudel im WiWö-Alltag repräsentiert wird. Mogli fügt sich in eine Gemeinschaft ein, in der er nicht bekannt ist, er lernt die Regeln und kann seine Besonderheiten beitragen.

Hat es dich irgendwann einmal gereizt, eine andere Altersstufe zu leiten?

Bis jetzt noch nicht. Ich fühle mich bei den WiWö sehr wohl und ich glaube das wird noch eine Zeit so bleiben.

Worin siehst du die großen Herausforderungen für WiWö-Leiterinnen und -Leiter?

Die Kinder brauchen eine sehr intensive Betreuung im Vergleich zu anderen Altersstufen, sie bauen eine relativ enge Beziehung zu den Pfadfinderleitern auf. Das ist auch ein Merkmal dieser Stufe. Die erwachsene Bezugsperson ist ein wesentlicher Teil der WiWö-Stufe und damit übernimmt man natürlich eine höhere Verantwortung, die Kinder in die richtige Richtung zu bringen und für sie da zu sein.

Was ist die richtige Richtung?

Die richtige Richtung ist ein friedliches, demokratisches Zusammenleben, die richtige Richtung ist Konflikte konstruktiv lösen könne, sich für Dinge zu interessieren und engagieren, auf die Anderen zu schauen und beim Pfadileben dabei zu sein.

Du bist studierte Psychologin und arbeitest unter anderem als Kinderpsychologin. Prägt dich das als Wölflingsleiterin?

Wahrscheinlich prägt es mich ein bisschen. Viel mehr prägt es mich umgekehrt. Meine Erfahrungen als Pfadfinderin und als Pfadfinderleiterin prägen mich als Psychologin und in meinem Umgang mit Eltern, mit Kindern im Bereich der Psychologie. Ich glaube, dass der Einfluss in diese Richtung der größere ist.

Wodurch zeichnet sich die Pfadfindermethode aus entwicklungspsychologischer Sicht aus?

Das hätte ich vorher wissen müssen, dann hätte ich eine Abhandlung drüber schreiben können ... (lacht.) Die Pfadfindermethode im WiWö-Alter ist das Spiel und entwickelt sich über die Stufen hinweg bis zu den RaRo, die als große Gemeinschaft eigenständig Projekte organisieren und durchführen. Ich glaube, dass die Pfadfindermethode sich sehr gut an die Entwicklungsstufe anpasst. Und es gibt für jedes Kind immer Möglichkeiten seine Position innerhalb der Stufe zu finden. Weil nicht jeder möchte eine Gruppe anführen,  nicht jeder kann sich gut um die anderen Kinder kümmern.

Welche Rolle spielt der Dschungelname?

Der Dschungelname ist für mich in erster Linie etwas, das es den Kindern erleichtern soll, in die Spielgeschichte einzutauchen und sich mit ihrer Rolle als Wichtel, als Wölfling, als Pfadfindern zu identifizieren - im Gegensatz zum Leben im Alltag. Ich muss mich selbst immer wieder dazu ermahnen, den Dschungelnamen mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Weil es eine schöne Tradition ist, die die Kindern sehr genießen, auch mal eine andere Identität annehmen zu können.

Welche Rolle spielen Rituale bei den Pfadfindern?

Eine sehr große Rolle! Rituale sind für mich eine der wesentlichen Bestandteile der Pfadfindergeschichte, weil sie auch eine gewisse Form der Kontinuität darstellen. Egal wer wann Wichtel oder Wölfling war, oder Guide oder Späher, rückblickend können sie auf dieselben Erlebnisse zurückschauen. Die Rituale geben eine gewisse Stabilität. Wenn ich selber daran zurückdenke, dann bleiben genau diese Dinge, die oft auch sehr emotional sind, einfach hängen.

Kann man Übertrittsspiele und das Pfadfinderversprechen als Initiationsriten deuten?

Eine gemeine Frage ... „Initiationsritus“ ist für mich ein sehr negativ besetztes Wort, das würde ich so in dieser Form sicher nicht dafür verwenden. Das Pfadfinderversprechen ist für mich einfach der bewusste Schritt ein Teil der Pfadfinder zu werden. Die Übertrittsspiele in dem Sinn dann das Bewusstwerden des Übertretens in die nächste Entwicklungsstufe. Man muss schon ein bisschen aufpassen, welchen Inhalt sie haben und wie pfadfinderisch sie sind.

Was wäre das ideale pfadfinderische Übertrittsspiel?

Das ideale pfadfinderische Übertrittsspiel könnte sein, eine Mischung aus einer großen gemeinschaftlichen Aufgabe, aus einer gruppendynamischen Aufgabe, in die sowohl die „alten“ Kinder einer Stufe als auch die neuen Kindern eingebunden sind. Und vielleicht auch Aufgaben für jeden einzelnen die abbilden, was die Kinder in dieser nächsten Stufe erwarten.

Haben sich die Ansprüche der Pfadfinder hinsichtlich der Pädagogik über die Jahre verändert?

Ich glaube, dass sich die Pfadfinder der Ansprüche viel mehr bewusst geworden sind. Es hat sich etwas verändert, da man sich natürlich an die Lebensgewohnheiten der Kinder anpassen muss. Und die haben sich den letzten hundert Jahren natürlich massiv verändert. Man muss sich auch an die Freizeitaktivitäten, an die Fähigkeiten die die Kinder mitbringen anpassen und daher auch die Schwerpunkte anders setzten.

Was waren deine schönsten und deine schlimmsten Erlebnisse bei den Pfadfindern?

Meine schönsten Erlebnisse waren sicher die Auslandslager, die ich erleben durfte. Die schönsten Erlebnisse sind aber auch immer, wenn ich mit einem besonders zufriedenen Gefühl aus dem Heimabend nachhause geh. Die schlimmsten Erlebnisse bei den Pfadfindern ... (überlegt) sind sicherlich Uneinigkeiten in der Gemeinschaft als Kind oder Jugendliche oder im Team.

Was macht ein Lager für dich unvergesslich?

Ein Lager wird für mich dann unvergesslich, wenn es viele emotionale Momente gibt. Das kann sein auf einem Auslandslager in Holland, in Portugal, in Kenia, wenn man über die Kulturen hinweg auf eine gemeinsame Ebene findet und Freundschaften schließt. Oder wenn man am Abend gemeinsam am Lagerfeuer sitzt.

Welche Erinnerungen hast du an deine eigene Wichtelzeit?

Ich hab die Erinnerung, dass ich nie Ring-Erste geworden bin, dass mein Wichtelname Rana, der Laubfrosch, war und dass wir so lustige dunkelblaue Hosenröcke mit roten Stutzen angehabt haben.

Du hattest das tanzende Wichtel

...Das tanzende Wichtel. Danke. (Lacht.) Auf einem Lager sind wir aufgestanden und unsere Leiter waren vermeintlich verschwunden. Wir haben uns dann sicher einen halben Tag ohne Pfadfinderleiter durch den Lageralltag geschlagen. Wir haben uns selbst organisiert und unser Programm zusammengestellt. Wie wir später erfahren haben, sind wir auch immer aus einem geheimen Winkel beobachet worden. Das war eine interessante Erfahrung für mich als Wichtel.

 
 
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